Auflösung und Verfolgung

Trotz unzähliger Veranstaltungen und zahlreicher Massendemonstrationen kann die Eiserne Front ihr Ziel, die „Erhaltung und Erfüllung der Verfassung von Weimar“, nicht verwirklichen. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 besiegelt die Niederlage der Republikaner. Sehr schnell gelingt es den Nationalsozialisten, die politische Macht auf sich zu konzentrieren und wesentliche Errungenschaften der Weimarer Republik einzuschränken oder ganz abzubauen. An die Stelle der parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik tritt die nationalsozialistische Diktatur.

Das Reichsbanner und die Eiserne Front können ihre letzten großen Demonstrationen im Februar 1933 abhalten. Nach der Reichstagswahl am 5. März 1933 verbieten die Nationalsozialisten auf lokaler und regionaler Ebene zahlreiche Reichsbanner-Vereine und Organisationen der Eisernen Front. Einige Ortsvereine kommen dem Verbot durch Selbstauflösung zuvor. Endgültig zum Erliegen kommt die Arbeit der Eisernen Front durch die Beschlagnahmung der Vermögen von SPD und Gewerkschaften am 10. Mai 1933.

Nationalsozialistische Gewaltakte gegen Angehörige des Reichsbanners und der Eisernen Front nehmen nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler deutlich zu und steigern sich ab März 1933 in einem kaum vorstellbaren Ausmaß. Viele Reichsbanner- Funktionäre, wie Karl Höltermann und Hubertus Prinz zu Löwenstein, müssen um ihr Leben fürchten und fliehen ins Ausland. Andere – wie Carlo Mierendorff, Kurt Schumacher oder Wilhelm Leuschner – werden von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern inhaftiert oder – wie Johannes Stelling – von der SA auf brutale Weise ermordet. Ungeachtet dieser Bedrohung verbünden sich jedoch vor allem in größeren Städten Deutschlands entschlossene Reichsbanner-Männer im Verborgenen, um Widerstand gegen die NS-Diktatur zu organisieren.

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