Theodor Wolff

29. August 1894 Nordhausen
26. Mai 1943 Konzentrationslager Auschwitz

Der gebürtige Thüringer Theodor Wolff betreibt in seiner Heimatstadt Nordhausen eine Wäschefabrik. Er ist Mitglied der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei. Als überzeugter Demokrat engagiert er sich im Reichsbanner für die Errungenschaften der Weimarer Republik. Von den Mitgliedern des Reichsbanners Nordhausen wird er in den Vorstand des Ortsvereins gewählt.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 muss er seine Aktivitäten einstellen. Von der Gestapo wird er zunächst nicht behelligt. Das von den Nationalsozialisten 1935 verabschiedete Nürnberger Rassegesetz jedoch bedroht seine Lebenssituation erheblich. Denn Theodor Wolff gilt nach diesem Gesetz als jüdisch. Durch eine „privilegierte Mischehe“ ist er vorerst zumindest formal geschützt. Dennoch überschreibt er vorsichtshalber seine Wäschefabrik an seine Ehefrau.

Während der Pogromnacht des 9. November 1938 holt die Polizei Theodor Wolff nachts aus dem Bett und bringt ihn zusammen mit 81 anderen Nordhäuser Bürgern in das Konzentrationslager Buchenwald. Erst kurz vor Weihnachten kann Wolff zu seiner Ehefrau und seinem inzwischen siebenjährigen Sohn zurückkehren. Anfang März 1943 wird er erneut festgenommen und zunächst in Nordhausen und Erfurt festgehalten. Schließlich wird der 48-Jährige am 18. April 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Wenige Wochen später stirbt Theodor Wolff im Lager Auschwitz, angeblich an einer Blutvergiftung.

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