Bruno Volkmann

13. Mai 1902 Oderberg / Mark
9. Mai 1925 Oderberg / Mark

Der Bäcker Bruno Volkmann lebt in Oderberg in der Mark, einer Ortschaft in der Uckermark. Als überzeugter Demokrat gehört Volkmann zusammen mit einigen Dutzend Mitgliedern der Ortsgruppe des Reichsbanners an.

Wenige Wochen nachdem das Reichsbanner Berlin-Brandenburg mit dem Berliner Erich Schulz das erste Todesopfer politisch motivierter Gewalt aus den eigenen Reihen zu beklagen hat, findet in Oderberg eine Feier republikfeindlicher Verbände statt. Nach der Wahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten Ende April 1925 lädt der Großdeutsche Jugendbund mehrere rechtsgerichtete Verbände der Umgebung zu einer Feier nach Oderberg ein. Bereits bei einem Umzug durch den Ort kommt es zu verbalen Übergriffen. Das anschließende gesellige Beisammensein der auswärtigen Besucher wird von zahlreichen Oderberger Einwohnern beobachtet, so auch von Bruno Volkmann. Vor der Gaststube des Hotels Deutscher Hof kommt es schließlich zu Handgreiflichkeiten, in deren Verlauf zwei Mitglieder des Jungbundes Eberswalde wahllos in die Menschenmenge schießen. Dabei werden sieben Oderberger getroffen, zwei von ihnen tödlich: Bruno Volkmann stirbt noch vor Ort, der Gastwirt Thieleke erliegt am nächsten Tag seinen Verletzungen.

Bruno Volkmann wird an seinem 23. Geburtstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und des Reichsbanner-Gaus Berlin-Brandenburg beigesetzt.

Die beiden Schützen sind zunächst in Untersuchungshaft. Schließlich werden die Ermittlungen der Oberstaatsanwaltschaft Prenzlau auf der Grundlage des Gesetzes über die Straffreiheit vom 17. August 1925 gewährten Amnestie jedoch eingestellt.

zurück