Friedrich Voigt
18. November 1882 Trebra/Provinz Sachsen
1. März 1945 Gefängnis Berlin-Plötzensee
Friedrich Voigt
Der Bauhilfsarbeiter Fritz Voigt engagiert sich gewerkschaftlich und wird 1908 hauptamtlicher Funktionär des Zentralverbandes der Baugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands in dessen Ortsverband Kiel. 1913 wechselt er als Rechnungsführer zur Volksfürsorge, muss jedoch ein Jahr später zum Kriegsdienst.
Im Zuge der Revolution 1918/19 wird er zum Vorsitzenden des Soldatenrates für Schlesien gewählt. Ab Januar 1919 bereits Reichs- und Staatskommissar für Schlesien, wird er im April 1919 auch Polizeipräsident von Breslau. Zudem erlangt der Sozialdemokrat ein Mandat in der verfassunggebenden Nationalversammlung. Während des Kapp-Lüttwitz-Putsches 1920 weigert er sich, die Breslauer Arbeiter gegen die nationalistischen Aufständischen bewaffnen zu lassen, weil er ein Blutbad befürchtet. Nach der Niederlegung aller Ämter arbeitet er ab 1921 in Breslau als Geschäftsführer des Verbandes sozialer Baubetriebe. Im Reichsbanner engagiert sich Voigt für die Errungenschaften der Weimarer Verfassung und tritt bei öffentlichen Veranstaltungen des Bundes als Redner auf.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird der Familienvater im März 1933 von der Gestapo festgenommen und bis Jahresende in mehreren Konzentrationslagern inhaftiert. Im Zweiten Weltkrieg sucht er engen Kontakt zu Regimegegnern. Von den Verschwörern des 20. Juli 1944 ist er als politischer Beauftragter für Niederschlesien vorgesehen. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch wird Fritz Voigt verhaftet, vom „Volksgerichtshof“ wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee ermordet.