Hermann Vagt

28. September 1906 Hamburg
17. Juni 1932 Hamburg

Als überzeugter Demokrat ist der Polizeiwachtmeister Hermann Vagt im Reichsbanner Hamburg aktiv. Zuletzt führt er dort die Schutzformation der 12. Abteilung des Reichsbanner-Kreises Hamburg. Bei diesen 1930 gegründeten Schutzformationen handelt es sich um Eliteeinheiten zur Abwehr nationalsozialistischer Gewalt. Wegen zunehmender Gewalttaten werden im April 1932 die nationalsozialistischen SA und SS per Notverordnung reichsweit verboten. Unmittelbar nach der Aufhebung dieses Verbots am 14. Juni 1932 eskaliert die politisch motivierte Gewalt erneut.

Im Hamburger Stadtteil St. Georg liegen mehrere Vereinslokale der KPD und der NSDAP dicht beieinander. Nach Ausschreitungen zwischen Mitgliedern beider Parteien ist am 17. Juni 1932 auch Hermann Vagt als Polizist im Einsatz. Zusammen mit seinem Kollegen Karl Helm hält er vor einem KPD-Lokal Wache, als völlig unerwartet eine Gruppe junger Männer auf dieses Lokal zusteuert und ohne Vorwarnung Dutzende von Schüssen auf die beiden Polizisten abgefeuert. Beide Polizisten müssen in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert werden.

Der durch Schüsse aus mehreren Waffen schwer verletzte 25-jährige Hermann Vagt stirbt wenige Stunden später. Sein Kollege Karl Helm erliegt am 23. Juni seinen Verletzungen. Beide Männer waren in der 12. Wachbereitschaft der Polizei im Sprinkenhof stationiert. Vor dem Sprinkenhof finden öffentliche Trauerfeiern statt, an denen mehrere Tausend Menschen teilnehmen. Die Beisetzungen erfolgen auf dem Friedhof Ohlsdorf.

Die Täter werden im Umfeld der KPD vermutet. Trotz der Aussetzung einer Belohnung werden sie nicht ermittelt.

zurück