Heinrich Stahl

6. Juli 1908 Sindlingen
22. Januar 1945 Zuchthaus Brandenburg-Görden

Der im hessischen Sindlingen geborene Heinrich Stahl ist das älteste von vier Kindern und kommt aus einfachen Verhältnissen. Durch sein Umfeld vermutlich bereits in jungen Jahren politisiert, ist er in Frankfurt-Nied aktives Mitglied im Reichsbanner. Im Dezember 1930 gehört er zu den Reichsbanner-Mitgliedern, die in der im Reichsbanner-Bezirk Höchst gelegenen Ortschaft Kriftel von Nationalsozialisten überfallen werden.

Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 inhaftiert ihn die Gestapo kurzzeitig. Als Arbeiter ist er ab 1939 bei der Reichsbahn in Frankfurt am Main beschäftigt. Mit der Besetzung Belgiens durch die Wehrmacht 1940 ist er vorübergehend in das Eisenbahn-Ausbesserungswerk Namur-Flawinne abgeordnet.

1943 äußert sich Stahl bei einem Friseurbesuch in seinem Wohnbezirk Frankfurt-Nied negativ über den Kriegsverlauf. Eine anwesende Person denunziert ihn bei der Gestapo, die ihn sofort festnimmt. Zunächst in Frankfurt-Höchst in Haft, wird er später nach Berlin gebracht. Wegen „Wehrkraftzersetzung“ verurteilt der „Volksgerichtshof“ ihn zu einer Haftstrafe. Auf Intervention der örtlichen NSDAP revidiert der „Volksgerichtshof“ sein Urteil und verhängt am 30. November 1944 die Todesstrafe gegen Heinrich Stahl. Rund acht Wochen später wird er im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

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