Michael Schnabrich

6. August 1880 Stadtsteinach
9. Oktober 1939 Konzentrationslager Sachsenhausen

Der aus Oberfranken stammende Schuhmacher Michael Schnabrich lässt sich während seiner Wanderschaft 1899 in Weißenfels an der Saale nieder. Dort beginnt sein gewerkschaftliches und politisches Engagement. Mit seiner Familie zieht er 1906 nach Wermelskirchen, wo er eine Anstellung als Gewerkschaftsfunktionär des Zentralverbandes der Schumacher erhält. Mit Zwischenstationen in Frankfurt am Main und Hanau siedelt er zu Beginn der Weimarer Republik nach Hersfeld über.

Seinen Lebensunterhalt verdient Schnabrich inzwischen als Parteisekretär der SPD. Bereits zuvor kommunalpolitisch aktiv, wird er in Hersfeld zunächst Stadtverordneter und später auch Mitglied im Preußischen Staatsrat sowie Reichstagsabgeordneter. Als Mitglied im Reichsbanner tritt er bei Versammlungen und öffentlichen Festveranstaltungen mehrfach als Redner auf.

Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten verliert der Sozialdemokrat nicht nur sein Reichstagsmandat, sondern muss im Frühjahr 1933 auch mehrere Wochen in „Schutzhaft“ verbringen. Nach seiner Freilassung zieht er nach Kassel und betreibt dort zusammen mit seiner Familie ein Kino. Am Tage des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen wird er von der Gestapo erneut festgenommen und am 16. September 1939 in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Rund drei Wochen später wird Michael Schnabrich dort von einem Angehörigen des SS-Wachpersonals so schwer misshandelt, dass der inzwischen 59-Jährige kurze Zeit später stirbt.

Der Täter wird nach Kriegsende wegen Mordes in 46 Fällen zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

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