Wilhelm Ricker

20. März 1907 Dülmen
23. Juli 1932 Dülmen

Der Weber Wilhelm Ricker wohnt in Dülmen bei seinen Eltern. Er ist im Reichsbanner organisiert, um für die Errungenschaften der Weimarer Verfassung aktiv einzutreten.

Im April 1932 werden die nationalsozialistischen SA und SS wegen zunehmender Gewalttaten per Notverordnung reichsweit verboten. Unmittelbar nach der Aufhebung dieses Verbots am 14. Juni 1932 eskaliert die politisch motivierte Gewalt erneut. Besonders im Vorfeld der für den 31. Juli 1932 angesetzten Reichstagswahl kommt es überall im Reich zu gewaltsamen Übergriffen von Rechtsextremisten, so auch in Dülmen. Immer wieder kommt es zu Reibereien und tätlichen Übergriffen zwischen Mitgliedern der SA, SS und NSDAP einerseits und des Reichsbanners sowie des kommunistischen Roten Frontkämpferbundes andererseits.

Am Abend des 22. Juli 1932 ziehen zirka 20 Mitgliedern der NSDAP vom „Braunen Haus“ kommend durch die Dülmener Innenstadt. Das Reichsbanner setzt seine Mitglieder in Alarmbereitschaft, weil befürchtet wird, die Wohnung ihres Vorsitzenden solle gestürmt werden. Vor Ort spitzt sich die Situation derart zu, dass es zu gewaltsamen Zusammenstößen kommt und eine Reihe von Schüssen fallen. Der 25-jährige Wilhelm Ricker erleidet einen Beckenschuss und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Am nächsten Tag stirbt er an den Folgen der Verletzung.

Die Beisetzung erfolgt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Zunächst werden drei Mitglieder der NSDAP festgenommen, mangels dringenden Tatverdachts jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Schließlich werden die Ermittlungen wegen Aussichtslosigkeit eingestellt.

zurück