Hermann Möschel
5. Januar 1901 Trier
11. Juli 1932 Trier
Der Sozialdemokrat Hermann Möschel ist Mandatsträger im Gemeinderat in Konz an der Mosel. Im nahegelegenen Trier arbeitet er als Buchdrucker im Verlag der SPD-Zeitung „Volkswacht“. Als überzeugter Republikaner ist er Mitglied im Reichsbanner.
Am Rande von Pfalzel, einer Ortschaft nördlich von Trier, findet am 10. Juli 1932 ein Familienfest der Eisernen Front statt, das auch Möschel mit seiner Familie besucht. Zeitgleich veranstaltet die SA Trier in der Nähe einen Propagandamarsch. Ferner hat die NSDAP Trier für den späten Abend eine Demonstration in Pfalzel angemeldet, dem sich die SA spontan anschließt. Das Familienfest der Eisernen Front soll am frühen Abend mit einem Festzug durch Pfalzel enden. Auf dem Weg ins Ortszentrum treffen die Männer der NSDAP und SA einerseits sowie die Festteilnehmer der Eisernen Front andererseits aufeinander. Es kommt zu verbalen Ausfällen, die in gewaltsame Übergriffe umschlagen. Sogar Schüsse fallen. Mehrere Schwerverletzte, darunter Möschel, müssen im Krankenhaus behandelt werden. Der 31-jährige Hermann Möschel stirb am nächsten Tag an den Folgen seiner Schussverletzungen.
Sein Leichnam wird im Karl-Marx-Haus in Tier aufgebahrt. Die Beisetzung erfolgt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Der Schütze kann nicht ermittelt werden. Wegen Raufhandels, Landfriedensbruchs und Körperverletzung werden 20 Personen angeklagt, davon sind 18 Mitglied der SA beziehungsweise NSDAP. Noch vor Eröffnung der Hauptverhandlung wird das Verfahren auf der Grundlage des Gesetzes über die Straffreiheit vom 20. Dezember 1932 gewährten Amnestie für politisch motivierte Straftaten eingestellt.