Paul Hoffmann
9. August 1932 Görlitz
Das 51-jährige Reichsbanner-Mitglied Paul Hoffmann ist Vater von vier Kindern und arbeitet als Maurer. Hoffmann lebt in Küpper bei Seidenberg, einer kleinen Ortschaft im niederschlesischen Kreis Lauban.
Der Wahlerfolg der NSDAP bei der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932, aus der die rechtsextreme Partei als stärkste Fraktion hervorgeht, hat die Gewaltbereitschaft eines Teils ihrer Anhänger erheblich verstärkt. Seit Anfang August bedrohen Mitglieder der NSDAP Paul Hoffmann mehrfach. Am Morgen des 8. August wollen sie ihn sogar in seiner Wohnung aufsuchen, treffen ihn aber nicht an. Als er am späten Abend desselben Tages aus der Tür seines Wohnhauses tritt, wird er aus nächster Nähe durch zwei Schüsse schwer verletzt. Der Schütze kann unerkannt entkommen.
Paul Hoffmann wird in das Krankenhaus Görlitz eingeliefert, wo er wenige Stunden später seinen Verletzungen erliegt. Unter großer Anteilnahme von Reichsbanner-Mitgliedern aus umliegenden Ortschaften und Städten werden seine sterblichen Überreste in seinem Heimatort Küpper beigesetzt.