Friedrich Heincke

23. August 1902 Hamburg
13. Juli 1932 Hagenow

Im April 1932 werden die nationalsozialistischen SA und SS wegen zunehmender Gewalttaten per Notverordnung reichsweit verboten. Unmittelbar nach der Aufhebung dieses Verbots am 14. Juni 1932 eskaliert die politisch motivierte Gewalt erneut. Am 10. Juli 1932 kommt es überall im Reich zu gewaltsamen Übergriffen von Rechtsextremisten, so auch in Hagenow, einer Kleinstadt südwestlich von Schwerin.

An diesem Tag nehmen an einer Veranstaltung der Eisernen Front viele Menschen teil. Der Sozialdemokrat Friedrich Heincke ist als Mitglied des Reichsbanners zum Schutz der Versammlung eingeteilt. Nach dem Ende der Veranstaltung hält er sich zusammen mit Gleichgesinnten weiterhin im Hagenower Gewerkschaftshaus auf, als eine Gruppe von Nationalsozialisten das Haus stürmt. Es kommt zu gewaltsamen Übergriffen, bei denen auch Schüsse fallen. Der 29-jährige Friedrich Heincke wird mit einem Bauschuss in das Hagenower Krankenhaus eingeliefert. Dort erliegt der Familienvater drei Tage später seinen Verletzungen. Seine Beisetzung am 16. Juni 1932 erfolgt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung.

Polizeiliche Ermittlungen nach einem Tatverdächtigen sind entweder erfolglos oder werden spätestens auf der Grundlage des Gesetzes über die Straffreiheit vom 20. Dezember 1932 gewährten Amnestie für politisch motivierte Straftaten eingestellt.

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