Peter Erdmann
7. April 1880 Lilienthal / Kreis Braunsberg
28. Juli 1926 Düsseldorf
Peter Erdmann
Der gebürtige Ostpreuße Peter Erdmann lebt mit seiner Ehefrau im Düsseldorf-Flingern, einem typischen Arbeiterwohnquartier. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Stallmeister. Er ist Mitglied im Reichsbanner.
In dem dichtbesiedelten Flingern kommt es seit Juni 1926 immer wieder zu Reibereinen und tätlichen Übergriffen zwischen Mitgliedern des republikfeindlichen Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten einerseits und des kommunistischen Roten Frontkämpferbundes sowie des Reichsbanners andererseits. Am Abend des 28. Juli 1926 ist Erdmann auf dem Heimweg, als es in der Nähe seiner Wohnung erneut zu einem Zwischenfall kommt. Mehrere Dutzend Mitglieder des Stahlhelms halten sich, aufgeteilt in kleinen Gruppen, auf der Straße auf. Das erregt die Aufmerksamkeit von Passanten und Anwohnern. Aus einem Wortgefecht zwischen zwei Männern entwickelt sich eine Massenschlägerei. Einige Stahlhelmer haben Schlagwerkzeuge, Messer und Schusswaffen bei sich. Am Ende sind viele Schwerverletzte zu beklagen. Peter Erdmann wird mit drei Messerstichen in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er kurze Zeit später stirbt.
Seine Beisetzung am 2. August 1926 auf dem Nordfriedhof erfolgt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Die Ermittlungen nach dem Täter haben keinen Erfolg. Wegen Raufhandels, Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes müssen sich 22 Beteiligte, darunter 11 Mitglieder des Stahlhelms, vor Gericht verantworten. Neun Personen werden zu Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und einem Monat verurteilt. Später spricht ein Berufungsgericht einige zu geringer Haftstrafe Verurteilte frei.