Felix Doktor

Juli 1873
29. Juni 1926 Breslau

Der fünffache Vater Felix Doktor verdient den Lebensunterhalt für sich und seine Familie in Breslau als Büroangestellter. Als überzeugter Verfechter der parlamentarischen Demokratie tritt der ehemaliger Weltkriegssoldat für die Errungenschaften der Weimarer Verfassung ein. Er wird Mitglied im Reichsbanner. In der SPD Breslau übt er ehrenamtliche Funktionen aus.

Am 28. Juni 1926 nimmt Doktor in Reichsbanner-Uniform an einer Parteiveranstaltung teil. Nach einem anschließenden geselligen Beisammensein befindet er sich zusammen mit zwei Genossen auf dem Heimweg, als es mit zwei anderen Männern zu einem Streit kommt. Einer von ihnen trägt die Uniform der demokratiefeindlichen Vereinigung Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten. Im Verlauf der Auseinandersetzung schießt das 29-jährige Stahlhelm-Mitglied auf Felix Doktor, der tot zusammenbricht. Die vier Tage später stattfindende Beisetzung erfolgt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Zum ersten Todestag stiftet das Reichsbanner Breslau 1927 einen Grabstein für Felix Doktor mit der Aufschrift „Er starb für seine Treue zur Republik“.

Der Oberstaatsanwalt beim Landgericht Breslau klagt den Schützen wegen Totschlags an. Das Schwurgericht Breslau kommt zu dem Schluss, das Stahlhelm-Mitglied habe in Notwehr gehandelt und spricht ihn am 3. Dezember 1926 frei. Eine Revision der Staatsanwaltschaft gegen diesen Freispruch wird vom Reichsgericht verworfen.

1930 tritt der Schütze der NSDAP bei.

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