Paul Bunge

15. Juni 1904 Ratzeburg
1. Mai 1942 Barmbek

Aus einer kinderreichen Familie stammend, zieht der 18-jährige Paul Bunge 1922 nach Hamburg. Er will als Arbeiter beim Telegrafenbauamt seinen Lebensunterhalt verdienen. Zwei Jahre nach seinem Zuzug tritt er in die SPD ein und 1928 schließlich in das Reichsbanner. Trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes engagiert sich Bunge im Reichsbanner für die Errungenschaften der Verfassung von Weimar.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verliert der junge Familienvater aus politischen Gründen seinen Arbeitsplatz. Er schließt sich der Widerstandsgruppe um Otto Hass an, den er aus der SPD und dem Reichsbanner kennt. Hass sammelt um sich einen Kreis ehemaliger Mitglieder des Reichsbanners aus Barmbek. Neben der finanziellen Unterstützung inhaftierter Gesinnungsgenossen organisiert die Gruppe die Verteilung illegaler Flugschriften gegen das NS-Regime. 1937 fliegen die ehemaligen Mitglieder des Reichsbanners auf. Auch Paul Bunge wird von der Gestapo festgenommen. Am 12. Januar 1938 verurteilt ihn das Hanseatische Oberlandesgericht wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu fünf Jahren Zuchthaus.

Die Haftbedingungen im Zuchthaus Fuhlsbüttel setzen seiner angegriffenen Gesundheit stark zu. Ein erstes Gnadengesuch wird abgelehnt, einem zweiten wird im Dezember 1941, zwei Monate vor dem regulären Ende seiner Haftstrafe, stattgegeben. Kaum aus der Haft entlassen, muss der 37-Jährige in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Haftbedingungen im Zuchthaus haben den angegriffenen Gesundheitszustand von Paul Bunge so stark verschlechtert, dass er einige Monate später stirbt.

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