Johann Buhs
21. Juni 1893 Grüntal
11. Juli 1932 Eckernförde
Der 39-jährige Vorknecht Johann Buhs lebt mit seiner Familie in der Siedlung Grüntal auf der Halbinsel Schwansen, nördlich von Eckernförde gelegen. Er ist Mitglied der SPD und gewerkschaftlich im Deutschen Landarbeiter-Verband organisiert. Als überzeugter Demokrat engagiert er sich im Reichsbanner.
Im April 1932 werden die nationalsozialistischen SA und SS wegen zunehmender Gewalttaten per Notverordnung reichsweit verboten. Unmittelbar nach der Aufhebung des Verbots am 14. Juni 1932 eskaliert die politisch motivierte Gewalt erneut. Besonders am 10. Juli 1932 kommt es überall im Reich zu gewaltsamen Übergriffen von Rechtsextremisten, so auch in Eckernförde.
Die NSDAP veranstaltet am 10. Juli 1932 in Eckernförde einen sogenannten Deutschen Tag, zu dem zahlreiche Teilnehmer anreisen, darunter rund 1500 Mitglieder der SA und SS. In diesem Zusammenhang kommt es zu tätlichen Übergriffen vor dem Gewerkschaftshaus, in dem gerade eine Versammlung endet. Durch herbeieilende Besucher des Deutschen Tages unterstützt, stürmen rund 200 Personen das Gewerkschaftshaus. Der anwesende Saalschutz des Reichsbanners kann nicht verhindern, dass die gesamte Einrichtung demoliert wird und zahlreiche Gewerkschafter schwere Verletzungen erleiden. Der 19-jährige Hinrich Junge stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Johann Buhs erliegt am folgenden Tag seinen Verletzungen.
Die Täter werden nicht ermittelt. Das Sondergericht Kiel verurteilt 24 Besucher des Deutschen Tages wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Hausfriedensbruchs, Waffenmissbrauchs und schweren Raufhandels zu Haftstrafen zwischen 24 und 3 Monate.