Anton Reißner

30. Dezember 1890 München
15. Mai 1940 Amsterdam/Niederlande

Aus einfachen Verhältnissen kommend, bleibt Anton Reißner ohne Berufsausbildung. Zunächst als Handelshilfsarbeiter tätig, engagiert er sich in München gewerkschaftlich und übernimmt 18-jährig erste ehrenamtliche Funktionen. Vier Jahre später wird er in seiner Heimatstadt hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär. In den folgenden beiden Jahrzehnten, unterbrochen durch Kriegsdienst und -gefangenschaft, steigt er bis zum Vorsitzenden des Hauptvorstandes des Gesamtverbandes der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs auf – der zweitgrößten Einzelgewerkschaft unter den SPD-nahen Freien Gewerkschaften.

Seit 1920 im Raum Berlin wohnend, ist er in Eichwalde Vorsitzender des Ortsvereins des Reichsbanners. Mehrfach tritt er bei Veranstaltungen des Bundes als Redner auf. Als Mitglied der SPD ist er seit 1930 Abgeordneter im Reichstag. Dort stimmt er am 23. März 1933 gegen das „Ermächtigungsgesetz“.

Anfang April 1933 kurzzeitig in Haft, wird er bei der gewaltsamen Besetzung der Gewerkschaftshäuser durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 erneut festgenommen. Nach zweimonatiger Haft wieder auf freien Fuß, entschließt er sich dazu, mit seiner Familie aus Deutschland zu fliehen. In Amsterdam arbeitet er an mehreren Exil-Zeitungen mit, die heimlich nach Deutschland eingeschleust der Propaganda des NS-Regimes entgegenwirken sollen. Beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Niederlande im Mai 1940 nehmen sich Anton Reißner, seine Ehefrau Anna, der 24-jährige Sohn Erwin und die 19-jährige Tochter Gisela gemeinsam das Leben.

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